Wechselkurs-Import (Exchange Rates)

Überblick

Das Versino Financial Suite Exchange Rates Modul ermöglicht den automatischen Import aktueller Wechselkurse von offiziellen Zentralbanken direkt in SAP Business One. Dies stellt sicher, dass für alle Fremdwährungsgeschäfte stets aktuelle und offizielle Kurse verfügbar sind. Beim ersten Start wird automatisch eine Konfiguration erstellt, die Sie anschließend anpassen können.

Zugang zum Modul: Die Konfiguration für den Import finden Sie unter Versino Financial Suite > Konfiguration > Wechselkurs Einstellungen. Der manuelle Import kann jederzeit über Versino Financial Suite > Wechselkurse importieren gestartet werden.


Hauptfunktionen

Automatischer Wechselkurs-Import

Das Modul ruft offizielle Daten von Zentralbanken ab und trägt diese in die Wechselkurstabelle von SAP Business One ein. Es berücksichtigt dabei die in SAP B1 hinterlegte Notierungsart (direkt/indirekt) und überschreibt vorhandene Werte, um die Daten aktuell zu halten. Die Berechnung erfolgt automatisch über internationale Währungscodes (ISO).

Unterstützte Datenquellen (EZB & NBP)

Sie können zwischen zwei offiziellen Datenquellen wählen:

  • Europäische Zentralbank (EZB): Bietet Referenzkurse für alle gängigen Währungen auf Basis des Euro (EUR). Historische Daten sind vollständig verfügbar. Datenquelle: http://www.ecb.europa.eu/stats/eurofxref/eurofxref-hist.xml
  • Polnische Nationalbank (NBP): Bietet Kurse auf Basis des Polnischen Złoty (PLN) aus NBP Tabelle A. Der Abruf historischer Daten ist hier auf maximal 93 Tage rückwirkend beschränkt. Datenquelle: https://api.nbp.pl/api/exchangerates/tables/a/

NBP-Limit beachten

Die Polnische Nationalbank stellt historische Kurse nur für maximal 93 Tage rückwirkend bereit. Konfigurieren Sie den Wert „Tage Vergangenheit“ entsprechend, sonst schlägt der Import mit einer Fehlermeldung fehl.

Stündliche Hintergrund-Aktualisierung

Über die Option „Stündliche Prüfung“ arbeitet das Modul vollautomatisch im Hintergrund: Stündlich werden neue Kurse abgerufen und in SAP B1 aktualisiert — ohne manuelle Eingriffe.

Flexible Konfiguration & Währungsauswahl

In den Einstellungen können Sie genau festlegen, welche Währungen für den Import relevant sind. Dies sorgt für eine bessere Performance, da nur benötigte Kurse abgerufen werden.


Zeitraum-Verwaltung und Lücken-Füllung

Das System behandelt Zeiträume intelligent — perfekt für Unternehmen mit täglich anfallenden Fremdwährungsgeschäften:

Wochenend-Behandlung

An Wochenenden veröffentlichen die Zentralbanken keine Kurse. Das System erkennt Samstag und Sonntag automatisch und verlängert den Zeitraum um die entsprechenden Werktage, sodass immer ausreichend Daten verfügbar sind.

Lücken-Füllung

Fehlende Tage (z. B. Feiertage) werden automatisch mit dem letzten verfügbaren Kurs gefüllt. So ist sichergestellt, dass für jeden Geschäftstag ein gültiger Kurs vorhanden ist — auch für Buchungen mit Wertstellungs-Datum am Wochenende.

Zukunfts-Kurse

Wenn Sie einen positiven Wert für „Tage Zukunft“ konfigurieren, befüllt das System auch zukünftige Datumswerte mit den aktuellsten verfügbaren Kursen — nützlich für Vorab-Buchungen.


Integration mit SAP Business One

SAP B1 Wechselkurs-Verwaltung

Direkte Integration in die Standard-Wechselkurstabellen von SAP Business One. Es werden die Standard-Funktionen genutzt — keine direkte Datenmanipulation, keine Backup-Probleme.

Notierungsart & Hauswährung

Das Modul respektiert die in SAP B1 hinterlegte Notierungsart (direkt/indirekt) und erkennt automatisch die Hauswährung der Datenbank. Bei abweichender Hauswährung erfolgt die Berechnung automatisch.

Versino Financial Suite Pro-Rata & Reporting

Pro-Rata-Buchungen mit Fremdwährungen nutzen die importierten Kurse. Reporting-Berichte zeigen alle Fremdwährungs-Bewegungen mit aktuellen Kursen an.


Anwendung

Methode 1: Tägliche Kurse automatisch importieren (empfohlen)

  1. Navigieren Sie zu Versino Financial Suite > Konfiguration > Wechselkurs Einstellungen.
  2. Wählen Sie die passende Datenquelle (z. B. „EZB“ für EUR-basierte Systeme).
  3. Setzen Sie die „Tage Vergangenheit“ auf z. B. 10, um eventuelle Lücken zu füllen (bei NBP max. 93).
  4. Wählen Sie im unteren Bereich alle Währungen aus, die Sie benötigen.
  5. Aktivieren Sie die Checkbox „Stündliche Prüfung“ für automatische Hintergrund-Updates.
  6. Speichern Sie die Einstellungen. Das System ruft nun automatisch die neuesten Kurse, stündlich oder nach einem Add-On Neustart, ab.
Anwendungsbeispiel: Konfiguration der automatischen Wechselkurs-Updates

Methode 2: Kurse manuell aktualisieren

Wenn Sie sofort die neuesten Kurse benötigen, können Sie den Import manuell starten:

  1. Klicken Sie im Menü auf Versino Financial Suite > Wechselkurse importieren.
  2. Bestätigen Sie den Sicherheits-Dialog mit der Meldung: „Sind Sie sicher, dass Sie die Wechselkurse mit den offiziellen Werten aktualisieren möchten? Vorhandene Werte werden überschrieben.“
  3. Das System lädt die Kurse sofort von der konfigurierten Zentralbank herunter.
  4. Eine Fortschrittsanzeige informiert über den Verarbeitungsstand.
Anwendungsbeispiel: Bestätigungsdialog vor dem Wechselkurs-Import

Tipps und Fehlerbehandlung

Tipps für die tägliche Arbeit

  • Optimale Datenquelle: Wählen Sie EZB für EUR-basierte Unternehmen, NBP für PLN-basierte Unternehmen. Die Datenquelle sollte zur Hauswährung passen.
  • Performance optimieren: Konfigurieren Sie nur die Währungen, die Sie tatsächlich für Ihre Geschäftsvorgänge benötigen. Dies beschleunigt den Abruf erheblich.
  • Automatisierung nutzen: Aktivieren Sie die stündliche Prüfung für zeitkritische Anwendungen. Manuelle Importe sollten außerhalb kritischer Buchungszeiten durchgeführt werden.
  • Werktage bevorzugen: Führen Sie manuelle Imports vorzugsweise an Werktagen durch — an Wochenenden gibt es keine neuen Kurse.

Häufige Probleme und Lösungen

Problem: Fehlermeldung „Fehler bei Serveranfrage“.

Lösung: Prüfen Sie Ihre Internetverbindung und eventuelle Firewall-Einstellungen, die den Zugriff auf die Server der Zentralbanken (z. B. ecb.europa.eu, api.nbp.pl) blockieren könnten.

Problem: Fehlermeldung bei NBP „Importzeitraum zu groß (max. 93 Tage)“.

Lösung: Die Polnische Nationalbank (NBP) beschränkt den Abruf historischer Daten. Reduzieren Sie in den Einstellungen den Wert im Feld „Tage Vergangenheit“ auf 93 oder weniger.

Problem: Für Wochenenden werden keine Kurse importiert (EZB).

Lösung: Dies ist das korrekte Verhalten. Die EZB veröffentlicht an Wochenenden und Feiertagen keine Referenzkurse. Das Modul füllt diese Lücken automatisch mit dem letzten gültigen Kurs vom vorherigen Werktag.

Problem: Der Import schlägt fehl mit einer Berechtigungs-Meldung.

Lösung: Stellen Sie sicher, dass der ausführende SAP Business One Benutzer die Berechtigung zur Verwaltung von Wechselkursen und Indizes besitzt (unter Administration > Systeminitialisierung > Berechtigungen > Allgemeine Berechtigungen). Administrator-Rechte sind häufig erforderlich.

Problem: Stündliche Aktualisierung funktioniert nicht.

Lösung: Überprüfen Sie, ob die Option „Stündliche Prüfung“ in der Konfiguration aktiviert ist. Das System stoppt automatisch, wenn die Option deaktiviert wird.

Problem: Konfiguration kann nicht geladen werden.

Lösung: Beim ersten Start wird automatisch eine Standardkonfiguration erstellt. Prüfen Sie die Fehlermeldungen für Details und stellen Sie sicher, dass die Datenbank-Berechtigungen korrekt gesetzt sind.